1976 Chevrolet Corvette

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Es gibt wenige Autos, die solch einen nachhaltigen Eindruck in der Automobilgeschichte hinterlassen haben, wie die Corvette C3. Auch bei uns in Deutschland hat sie noch – eine treue Gemeinschaft von Idealisten, die aller Vernunft zum Trotz, immer noch auf elektronische Spielereien verzichtet und Schlagworte wie CW-Werte oder Benzinverbrauch nur mit einem Ausdruck im Gesicht quittieren, der den Fragesteller schnell zu einen anderen Thema übergehen lässt. In den 70er bis frühen 80er Jahren war die Corvette C3 Pflicht für Zuhälter und ihre Beifahrerinnen und genauso wichtig wie die goldene Day Date am Handgelenk. In den einschlägigen Cafes, Bars und Etablissements standen damals oft mehr Corvettes als beim Händler. Damals hatte der Ruf der C3 in Deutschland darunter gelitten, denn nur wenige Bewunderer der Corvette, die nicht im horizontalen Gewerbe ihr Geld verdienten hatten den Mut, sich der vielsagenden Blicke ihrer Mitbürger beim aussteigen auszusetzen.

Einleitung

Heute ist das ganz anders, die Corvette mit der immer noch faszinierenden Coke-Bottle-Form zieht unvermindert Blicke auf sich, die nicht selten von verzückten Ausrufen begleitet werden. Das Zuhälterimage ist weitgehend aus der Welt, ein Hauch von Verruchtheit bleibt allerdings was das Urteil einer Klage zeigt, das besagt, eine rote Corvette C3 als Zuhälterauto zu bezeichnen wäre nicht strafbar da es in den Gebrauch der Umgangssprache für dieses Fahrzeug gelte, vor allen Dingen in Verbindung mit einer roten Lackierung.

Optik

Die deutsche verschworene Corvettegemeinschaft hat Mitglieder aus allen Gesellschaftsschichten und Altersklassen. Selten hat ein Auto jung und alt so gleichermaßen in seinen Bann gezogen wie die Corvette – sogar Schulkinder bekommen glänzende Augen wenn sie das Glück haben, das eines der rar gewordenen Exemplare bei Schulschluss an der Bushaltestelle vorbei fährt.
Ein wahrlich zeitlos schönes Auto – vielleicht sogar ein Jahrhundertwurf !
Glücklich, wer noch eine davon in seiner Garage stehen hat…

Leistung

Da ich die Corvette hauptsächlich zum cruisen nutze, hält sich der Verbrauch in Grenzen, die Beschleunigung ist durch das gut übersetzte 3 Gang-Getriebe recht ordentlich und das Fahrverhalten ist für einen 38 Jahre alten Oldi richtig gut.

Komfort

Ich habe die Sitze neu satteln lassen und dadurch den Seitenhalt verbessert.
Die Federung ist typisch amerikanisch weich, die Bedienbarkeit ist für eine 76er gut.
Die Teleskoplenksäule läßt sich nach oben und unten verstellen, sowie rein oder rauschieben. Elektrische Fensterheber, abnehmbare Dachhälften (T-Tops) die man in gepolsterten Kunstledertaschen hinter den Sitzen bequem verstauen kann, runden den Komfort ab.

Fazit

Die C3 gibt es heutzutage schon unter 10.000 €, der Zustand in dieser Preisklasse ist jedoch meist nicht sehr gut. Die Preise für gut erhaltene Modelle die sich zwischen 15.000 und 30.000 € bewegen je nach Modell zeigen, daß es bei der Corvette nicht wenige Kriterien gibt, die den Preis beeinflussen. Eines der Wichtigsten ist die Motorvariante, denn die hübsche Lady hatte manchmal mehr Kraft unter der Haube als der ungeübte Besitzer beherrschte. Kick down in Kurven oder auf nasser Straße konnte da sehr schnell Fahrer und Corvette in den Graben befördern.
Die Ersatzteilversorgung ist nicht so schlimm wie bei anderen in die Tage gekommenen Exoten, da die Corvette C3 sich in den USA immer noch gut hält und sogar mit stetig wachsender Nachfrage langsam zu den wirklich teuren Classic Cars zählen kann.
Positives: Design, Motor, Automatik, Komfort, Ausstattung, Seltenheit
Negatives: Standard-Bremsen und Fahrwerk reichen nicht, wenn die Priorität auf sportlichem Fahren liegt.

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